Freitag, 21. Januar 2011

Abenteuerjournal

28. Dezember 2010 21:00: Frühzeitig die Arbeit hingeschmissen und mit dem letzten Bus zum Ben Gurion Flughafen gefahren, zusammen mit Dave.
29. Dezember 2010 04:00: Nach einem entspannten Nickerchen von drei Stunden auf dem bequemen Steinfußboden Timi samt Dodo's Monsterkoffer freudig freudig in Empfang genommen, in den Araberbus gepackt und heimgefahren.
Nach ca. drei Stunden Schlaf Aufbruch in die Stadt der Städte :) Timi schwerbegeistert von all den Läden und auch ein bisschen von Jerusalem an sich. Wetter hält sich in Grenzen, es nieselt immer wieder :/
Sind durch die Stadt gebummelt, Falafel gegessen und haben Kaffee getrunken.


30. Dezember 2010: "Frühstück" in der Jerusalem-Mall incl. ausgiebiger Inspektion ebendieser Mall. Danach Dave's WG besucht und Kartoffelsalat für Silvester gemacht. Timi in Singstimmung, weil sie ein seltsames altes Liederbuch gefunden hat :)
31. Dezember 2010: Auf nach Petah Tiqwa! Dort wird Silvester gefeiert, fast alle Volos zusammen in der Altenheim-WG. Großer Fail: Langer Fußweg plus Mega-Regenguss.....:D Wir sind patschnass in der WG angekommen und mussten erstmal eine Runde Klamotten fönen und bügeln....und warm werden...

1. Januar 2011:  So, war wohl nicht das Bombensilvester....es gab nicht mal Feuerwerk. Traurig, traurig, aber als Trostpflaster wurden alte Sessel verbrannt - als "Ersatzfeuerwerk" :) Morgens um vier eine crazy und vor allem KALTE Sammeltaxifahrt von Tel Aviv nach Jerusalem, nachdem sich diverse arabische Taxifahrer lautstark um uns gestritten haben.
Abends, ausgeschlafen und voller Tatendrang wurde die Ben Yehuda Street unsicher gemacht - wo nach Shabbatende, also Samstagabends übel Rummelplatzstimmung ist. Schade, dass die Nachmänner (aka Partyjuden oder etwas abgedrehte orthodoxe Juden die laut meinem israelischen Mitbewohner ständig auf Drogen sein müssen) diesmal nicht getanzt haben, Timi hätte das bestimmt gefallen, auf der Straße singende und tanzende Juden zu sehen.  Dafür gab es jede Menge andere Leute zu sehen, Trommler, die Frau mit der Harfe, der Dreadlookjude mit seiner Akkustikgitarre...jeder ist unterwegs an erev shabbat :)


2. Januar 2011: Welch trauriger Tag. Ich hab ihn komplett verschlafen, weil ich das Silvestervirus hatte :( [hab später erfahren, dass einige Leute, die Silvester in Petah Tiqwa waren genau wie ich die Nacht durchgereiert haben -  ich tendiere dazu einen speziellen Salat dafür verantwortlich zu machen:>] Arme Timi hat gelernt....
3. Januar 2011: Hab gearbeitet. Zwischen den Shiften waren Timi & moi im Wadi hinter meinem Zuhause spazieren, in dem Igal in seiner zusammengezimmerten Hütte wohnt und der auf einen Kaffee bzw Tee eingeladen hat.
4. Januar 2011: Waren im ultraorthodoxen Viertel, Mea Sharim, und Timi und ich waren seehr hübsch angezogen vorsichtshalber (ich hab ja mal was von fliegenden Windeln erzählt, sollte man "unkosher" angezogen sein;)
5. Januar 2011: Sonne, endlich, yalla, wir gehn ans tote Meer. Rafi und David (der andere, nicht Dave) eingepackt und losgefahren, in der Pampa ausgestiegen und ins/aufs Meer gelegt.
6. Januar 2011: Sonne wieder weg und wir schmeissen unseren Plan nach Haifa zu fahren ungefähr tausend mal um, bis wir zusammen mit Kyrill in schließlich in Tel Aviv landen. Jaffo, die Altstadt "angekukt"/durchgelaufen und am Strand überteuerten Chappuccino getrunken hmmmm. Beim Muschelnsammeln wurden wir von einer bösen Welle überrascht, darum hat sich Chrissi neue Gummistiefel zugelegt ("Endlich mal eine sinnvolle Investition" "Aber ich schau so dämlich damit aus!" "Egal, endlich mal eine sinnvolle Investition!").
An der Centralbus in Jerusalem wieder angekommen erst mal große Aufregung weil mal wieder ein herrenloser Koffer gefunden wurde, schön mit Absperrung und Polizei und allem drum und dran. Im Endeffekt viel Lärm um nichts :>
7. Januar 2011: Traditionelles Frühstück im Kaffee Hillel in der Yaffo Street. Ein bisschen shoppen. Und natülich den letzten Bus der vor Shabbatbeginn fährt verpasst :( Glücklicherweise waren wir nicht die einzigen also wurde ein Taxi mit Giloleuten vollgemacht und so wurden wir für 10 Schekel pro Kopf gemütlich heimgefahren.
8. Januar 2011: Traditionellen Shabbat gehalten nämlich NIX gemacht :) Zu Shabbatende wieder in die Ben Yehuda und dem Koreanerchor zugehört. War aber zeimlich kalt, also sind wir relativ früh wieder heim.
Die Aktion des Tages kam im Bus nach Hause, als der an einer Kreuzung auf einmal schon wieder vor einer Absperrung stand. Dreimal dürft ihr raten - ein Koffer :D Dank der Spitzenposition ganz vorne haben wir gemütlich zugekukt, wie der arme Koffer von einem Roboter zerschossen wurde, hehe.



Ein bisschen geschlafen und um halb fünf (?) Uhr morgens vom Sherut abgeholt und zum Flughafen kutschiert. Time to say Good-bye :(

War eine schöne Zeit mit dir und ich hoffe für dich auch :) Vermissung....hoffentlich kommst du nochmal her und dann baden wir auch im Mittelmeer - haha reimt sich ja :D Te iubesc!

Montag, 17. Januar 2011

17. Januar

Entschuldigung für die wenig geistreiche Überschrift, aber am 17. Januar einen Blogeintrag mit der Überschrift "Weihnachten" zu machen, war mir dann doch zu peinlich. Nichtsdestotrotz geht es hier um eben dieses Ereignis.
Weihnachten wurde in Yad Haschmona gefeiert, wie es sich gehört vom 24.12 bis zum 26.12. im Rahmen des - wer hätte das gedacht - Weihnachtsseminars.
Yad Haschmona (dt.: Gedenkstätte der Acht) ist ein kleines Dörflein gar nicht so weit weg von Jerusalem, gegründet 1971 von finnischen Christen und mittlerweile zum größten Teil von messianischen Juden bewohnt (sagt jedenfalls Professor Wiki). Zu den Gründern dieses Ortes gehörten mehrere Finnen, die auf diese Weise der acht jüdischen Flüchtlinge gedenken wollten, die im November 1942 von den finnischen Behörden den Deutschen ausgeliefert worden waren und von denen sieben in Ausschwitz umkamen. In eben diesem Dorf haben wir in einer Gästehausanlage genächtigt, das von einem biblischen Garten umgebeben war und überhaupt sehr idyllisch war mit den ganzen Blockhäuschen, was man in Israel ja eher nicht zu sehen bekommt.
yalla, Weihnachtsstimmuuuuung :)
Das schadige daran war, das nur mit Ach und Krach Weihnachtstimmung aufgekommen war (härteste Erkenntnis: es war ja echt warm als Jesus geboren wurde??)  und auch nur nachdem wir in Kerzenlicht und Grünzweigdeko altbackene Weihnachtslieder gesungen haben. Schade eigentlich, schließlich ist Deko und Singen ja nicht Sinn und Zweck von Weihnachten, da merkt man erst wie sehr der europäische Mensch an sich an dem ganzen oberflächlichen Weihnachtskitsch hängt... 
Heilig Abend war ein bunter Abend - (fast) jede WG hat ein bisschen Programm gemacht mit Gesang, tiefsinnigen Kerzengeschichten und nachdenklich stimmenden Theatherstücken.
Am ersten Weihnachtstag ging es auf nach Bethlehem. Es war eigentlich wie alle anderen die biblischen Orte - man geht hin mit unbestimmten aber hohen Erwartungen, vielleicht irgendwie auf einmal die unmittelbare Präsenz Gottes zu spüren oder eine Erleuchtung zu haben oder irgendetwas Höheres und dann wird man ratzfatz wieder auf den Boden der Menschlichkeit geholt, weil alles was man bekommt doch nur Vermarktung ist. Eine Kirche, in der ein weißer Stein ist -weil angeblich Muttermilch von Maria darauf getropft sein soll? Menschen haben sich ja doch nicht verändert. Früher wurden Opfertiere für Gott im Tempel verkauft und heute Gott selber. 
Trotzdem hab ich auch was Tolles abbekommen, ich hab einem kleinen arabischen Jungen für drei Schekel seine (geklauten?) Kaugummis abgekauft, die wider Erwarten ziemlich gut waren und die Graffittis auf der Grenzmauer zu Israel haben mich schwer begeistert :) 
Am zweiten Weihnachts- und letzten Seminartag gab es Gottesdienst und die übliche Verabschiedung der Volos die nun gehen - wie schnell die Zeit doch vergeht.











Samstag, 1. Januar 2011

Im neuen Jahr wird alles besser.

Allen zusammen ein frohes gesegnetes neues Jahr - ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start (:
Einen Punkt auf der "Was-ich-im-neuen-Jahr-alles-besser-machen-werde", nämlich "ein bisschen mehr auf meinem Blog schreiben" kann ich gleich mal nicht ganz abhaken, ABER: Kommen wird noch 
ein Bericht über mein schneeloses eher grünliches braunes als weißes Weihnachten in Yad Hashmona und 
Bilder, Bilder, Bilder, von Haifa, Weihnachten in Bethlehem und was sicher die Mehrheit meiner Blogleser intressiert: Berichte und Bilder von meinem "Hohen Besuch" TIMIKE :)
In diesem Sinne, freut euch oder auch nicht, gehabt euch wohl und ich schicke euch viele liebe Grüße.

Ein Haufen Kunst und Kultur

...gelernt auf dem Seminar in Haifa, das vom Beit Rutenberg in Haifa organisiert wurde.

Kultur pur kam von Rada, einer Araberin, die in Israel lebt (und die eine wunderschöne Stimme hat;) ). Sie hat uns gezeigt wie schwer es eigentlich ist, als "Araber" eine wahre Identität zu finden und von wie vielen Faktoren es abhängt, wie standhaft man bei seinen Überzeugungen bleibt. Kleines Beispiel, auf wie viele Arten sich Araber identifizieren können: Arabischer Bürger Israels, Arabischer Israeli, Israelischer Araber, oder eben wie Rada, Araber mit israelischem Pass.

Nach dem Arabischen Kulturflash kam ein eigentlich halbstündiger Tanzkurs mit israelischen Volkstänzen. Und weil es so Spass gemacht hat, haben wir gleich noch eine Stunde weitergetanzt.

Der Abend klang aus mit einem mehr oder weniger freiwilligen Kulturaustausch beim Billiardspielen mit netten israelischen Schülern, die zu dieser Zeit gerade auch im Beit Rutenberg waren ;)

Am nächsten Morgen ging es in mein Traumdorf - Ein Hod. Ein Dorf, in dem nur Künstler wohnen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als Bilder zu malen zu töpfern und sonst irgendwelche Sachen zu fabrizieren und auszustellen. Unter anderem war dort auch das Atelier von Marcel Janco, dem ursprünglich in Rumänien geborenen Dadaisten. Wunderschön, ziemlich cool, was traurig war war, dass leider auch hier das Feuer gewütet hat und einige Künstlerhäuser verbrannt hat...

Nach dem Dorf gab es lecker Essen in einer Kunstaustellungsmall in Haifa, in der unter anderem auch die Geschichte Israels anhand von Puppen ausgestellt war (die/den Künstler/in weiß ich nicht mehr so genau)
Danach ein kurzer nicht allzu eindrucksvoller Besuch in Beit Hagefen, eine jüdisch/arabisches Austauschzentrum und ein Rundgang durch verschiedene Orte in Haifa wo irgendwelches Kunstzeug ausgestellt war - die Konzentration war zu dem Zeitpunkt etwas im Eimer, intressant wars trotzdem (:

Am letzten Tag durften wir noch kurz in die Welt einer Kabbalahkünstlerin eintauchen, in dem wir in ihrem mit ihren Kunstwerken zugestopftem Wohnzimmer saßen und uns Geschichten über die Macht der Wörter und ihre Bedeutung in der Kunst anhörten....naja, nicht mein Fall, aber der Meerblick aus dem Fenster war toll :P





Eilat

Einen Monat und fünf Tage nach meinem Geburtstag konnte ich endlich den liebevoll in Schokokuchen eingebackenen Überraschungstripgutschein einlösen und so sind Davissi am 19.12. für zwei Tage nach Eilat gefahren (:
In drei Worten zusammengefasst: Das Wetter war schön, das Wasser unglaublich klar, geschnorchelt und in der Sonne gechillt wurde auch, die Zweisamkeit war toll und die Zeit vieel zu kurz. Hier gibts die Bilder.