Montag, 17. Januar 2011

17. Januar

Entschuldigung für die wenig geistreiche Überschrift, aber am 17. Januar einen Blogeintrag mit der Überschrift "Weihnachten" zu machen, war mir dann doch zu peinlich. Nichtsdestotrotz geht es hier um eben dieses Ereignis.
Weihnachten wurde in Yad Haschmona gefeiert, wie es sich gehört vom 24.12 bis zum 26.12. im Rahmen des - wer hätte das gedacht - Weihnachtsseminars.
Yad Haschmona (dt.: Gedenkstätte der Acht) ist ein kleines Dörflein gar nicht so weit weg von Jerusalem, gegründet 1971 von finnischen Christen und mittlerweile zum größten Teil von messianischen Juden bewohnt (sagt jedenfalls Professor Wiki). Zu den Gründern dieses Ortes gehörten mehrere Finnen, die auf diese Weise der acht jüdischen Flüchtlinge gedenken wollten, die im November 1942 von den finnischen Behörden den Deutschen ausgeliefert worden waren und von denen sieben in Ausschwitz umkamen. In eben diesem Dorf haben wir in einer Gästehausanlage genächtigt, das von einem biblischen Garten umgebeben war und überhaupt sehr idyllisch war mit den ganzen Blockhäuschen, was man in Israel ja eher nicht zu sehen bekommt.
yalla, Weihnachtsstimmuuuuung :)
Das schadige daran war, das nur mit Ach und Krach Weihnachtstimmung aufgekommen war (härteste Erkenntnis: es war ja echt warm als Jesus geboren wurde??)  und auch nur nachdem wir in Kerzenlicht und Grünzweigdeko altbackene Weihnachtslieder gesungen haben. Schade eigentlich, schließlich ist Deko und Singen ja nicht Sinn und Zweck von Weihnachten, da merkt man erst wie sehr der europäische Mensch an sich an dem ganzen oberflächlichen Weihnachtskitsch hängt... 
Heilig Abend war ein bunter Abend - (fast) jede WG hat ein bisschen Programm gemacht mit Gesang, tiefsinnigen Kerzengeschichten und nachdenklich stimmenden Theatherstücken.
Am ersten Weihnachtstag ging es auf nach Bethlehem. Es war eigentlich wie alle anderen die biblischen Orte - man geht hin mit unbestimmten aber hohen Erwartungen, vielleicht irgendwie auf einmal die unmittelbare Präsenz Gottes zu spüren oder eine Erleuchtung zu haben oder irgendetwas Höheres und dann wird man ratzfatz wieder auf den Boden der Menschlichkeit geholt, weil alles was man bekommt doch nur Vermarktung ist. Eine Kirche, in der ein weißer Stein ist -weil angeblich Muttermilch von Maria darauf getropft sein soll? Menschen haben sich ja doch nicht verändert. Früher wurden Opfertiere für Gott im Tempel verkauft und heute Gott selber. 
Trotzdem hab ich auch was Tolles abbekommen, ich hab einem kleinen arabischen Jungen für drei Schekel seine (geklauten?) Kaugummis abgekauft, die wider Erwarten ziemlich gut waren und die Graffittis auf der Grenzmauer zu Israel haben mich schwer begeistert :) 
Am zweiten Weihnachts- und letzten Seminartag gab es Gottesdienst und die übliche Verabschiedung der Volos die nun gehen - wie schnell die Zeit doch vergeht.











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